Montag, 30. April 2012

Topfrose reloaded: Das nächste Rosenroulette startet

Topfrosen auf dem Balkon - nächster Versuch.
Hübsch verpackt und blühend stehen sie im Laden, die kleinen Topfrosen, zum Muttertag und allen sonstigen Feiertagen. Was in der Gärtnerei als geringfügig langlebigere Alternative zum Rosenstrauß läuft, ist dennoch ein vollwertiges Mitglied der Rosaceae. Ein etwas misshandeltes, möglicherweise.

Ich hatte im vorletzten Jahr meine erste Versuche mit Rosen auf dem Balkon mit solchen Topfrosen gemacht, die damals im Gartencenter so schön neben dem Lavendel standen. Und ihr Leiden war bei mir nicht zu Ende: Mit billiger Torfblumenerde in kleine Balkonkästen gezwängt ging es weiter, wo sie unschuldigerweise den Dünger für die Petunien mitschlucken mussten. Die Zeit brachte ihnen schon mal einen Topf in geeigneter Höhe von 40 Zentimetern, aber immer noch keine ordentliche Erde. Darin haben sie als Weihnachtsbaum verkleidet den Winter überlebt, doch die Staunässe in der zusammengepappten Torferde hat den Wurzeln schließlich den Rest gegeben.

Zum Geburtstag habe ich jetzt wieder so ein kleines Röschen geschenkt bekommen. Topfrose reloaded, wir sind gespannt auf die nächste Runde! Fest steht: Rosen - selbst winzig kleine - sind keine Zimmerpflanzen und gehören nach draußen. Also raus der aus der wunderschönen Jardinière, weg mit dem Schleifenband und den Blumensteckern und rein in einen größeren Topf.

Rosen und Kräuter - die verstehen sich
Dass der jetzt noch nicht so groß ist, wie er sollte, darf man durchaus als Ausdruck meiner Skepsis betrachten. Das Hängerosmarin hat nach dem zweimaligen Ableben des Salbeis neue Gesellschaft gesucht. Es war also ein Platz frei. Und weil man frisch gepflanzte Rosen nicht düngen soll, haben sie zumindest für diese Saison die gleichen Ansprüche - sonnig mit magerem Boden. Um das Trio komplett zu machen, habe ich noch den Zitronenthymian aus meinem Kräuterkasten geholt, der momentan eher einer Sumpflandschaft gleicht. Ich denke, dass er in einem trockenen und sonnigen Topf besser gedeiht. Und wenn diese Topfrosen so schießen wie letzten, verdeckt er gleichzeitig die kahlen Füße.

Die malträtierten Topfrosen aus dem ersten Jahr.
Wenn es klappt mit den Topfrosen, müssen sie später nochmal umziehen. Das liegt an der Produktionsweise von Topfrosen, die sich von den Gartenrosen sehr unterscheidet. Eine Topfrose sind in Wahrheit mehrere Rosen, meistens fünf Pflanzen. Gartenrosen werden auf Unterlage veredelt, das heißt auf eine starke Wildrosenwurzel aufgepfropft, wodurch sie schneller und stärker wachsen. Topfrosen werden durch Stecklinge vermehrt und wachsen damit auf ihrer eigenen Wurzel.

Alles kann, nichts muss!
Je nachdem, wie groß die Rosen werden, müsste ich sie dann irgendwann auseinandersetzen. Wo wir beim nächsten Thema wären, denn wie groß sie werden, man weiß es nicht. Im Gegensatz zum "normalen" Rosenkauf, wo man sich eine schöne Sorte aussucht - wie ich zuletzt die 'Rosenstadt Freising' - sind Topfrosen Roulette. Sie sind ohne Sortenbezeichnung im Handel und man kann alles Mögliche bekommen. Wuchsform, Winterhärte, Krankheitsresistenz sind Fragezeichen.

Meine letzten Topfrosen waren mit ziemlicher Sicherheit irgendeine Edelrose. Kennzeichen: Einzelne längliche Blüten auf langen Stielen, wenig verzweigter Wuchs, kahl untenrum. Ob die neue top oder Flop ist? Seid dabei bei einer neuen Runde Rosenroulette.



Kommentare:

  1. Liebe Luise, ich hatte bis jetzt immer Pech mit Topfrosen. Kaum geschenkt bekommen, waren sie auch dahin. Ich wusste gar nicht, dass die Topfrosen aus mehreren Pflanzen bestehen, für mich sah es immer nur nach einer einzigen aus. Das nächste Mal werde ich genauer schauen.

    lg kathrin

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  2. Schöner Beitrag. Vor allem, weil er sich mit meinen Beobachtungen deckt. Ich setze bei deinem Roulette nicht auf die Topfrosen. Sondern auf Freising und Cartier. :)

    Erst vor wenigen Tagen konnte ich beobachten, wie schnell so eine Topfrose eingeht. Jedoch nicht bei mir.

    Erst stand sie in der Wohnung und ich riet dazu, die Pflanze doch rauszustellen. Das hat du ja auch in deinem Text geschrieben, dass Rosen raus gehören.

    Die Topfrose fühlte sich sichtlich wohler draußen und fing richtig an zu wachsen. Nach zwei Wochen aber dann das Ende: Überall gelblich welke Blätter. Das Laub fiel schließlich ab. Ich tippe auf Sternrußtau.

    Eine zweite Topfrose allerdings (gleicher Standort) hatte draußen keine Probleme. Der geht es nach wie vor gut.

    Wie du geschrieben hast: Man weiß nicht, was man bekommt. Während die eine Topfrose wohl kaum resistent war, was den eventuellen Sternrußtau angeht, hatte die zweite Topfrose keine Probleme damit.

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